Glaube

Jahreslosung 2026:

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Offenbarung 21, 5

Losung für Mittwoch, 29.04.2026

Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.
- Sprüche 31,8

Da sie ihn nicht zu Jesus bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, gruben es auf und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag.
- Markus 2,4

"Es ist vollbracht"

Schon oft habe ich es miterlebt: Die Überraschung, wenn jemand das erste Mal unsere Kirche betritt und der Blick auf das riesige Wandrelief hinter dem Altar fällt. Über 12m hoch, direkt in den Klinker gemeißelt ist es ja auch beeindruckend. In der Mitte Jesus am Kreuz, rechts weinend Maria Magdalena, links Lieblingsjünger Johannes mit Maria, der Mutter von Jesus.

Für mich ist es so beeindruckend, weil sich die Menschen gegenseitig halten und schützen. Schmerz, Tod, Trauer und Trost in einem Bild. Das ist nah an unserer Wirklichkeit, denn dem Tod begegnen wir leider viel zu oft.

Gerne hätte ich allerdings noch etwas anderes dabei: die Auferstehung. Unser Wandrelief gehört zu Karfreitag. Ich wünschte mir auch ein Osterbild. Nur, wie stelle ich eine Hoffnung dar? Tod und Trauer gehören zu unserer Wirklichkeit. Die Überwindung des Todes hingegen ist das, was ich hoffe. Sie reicht weit über diese Welt und alle Zeit hinaus. Das darzustellen scheint mir viel schwieriger.

Umso mehr war ich dann überrascht, als ich auf Island in einer Kirche stand. Skálholt ist der ehemalige Bischofssitz, eine große Kirche in einem winzigen Ort. Auch in dieser Kirche gibt es ein riesiges Wandbild, genau hinter dem Altar, ähnlich hoch wie unseres. Kein Kreuz, sondern der Auferstandene.

Das Bild ist beides, scharf und unscharf zugleich, verschwommene Bereiche und klar erkennbare Bereiche. Es legt sich nicht wirklich fest - genau das passt zur Auferstehung. "Rühr mich nicht an", sagt der Auferstandene zu Maria. Sie kann ihn nicht festhalten, sein Weg ist jenseits unserer Welt. Andererseits fordert er Thomas zur Berührung auf, damit er seine Zweifel überwindet und glauben kann.

Jesus ist in seiner Auferstehung fern und nah zugleich. Er ist bei uns in dieser Welt und gleichzeitig in Gottes jenseitiger Welt. Ich denke, wir können aus der Hoffnung leben - besonders, wenn ich dem Tod begegne, wenn wir uns dann trösten und das Leben neu in den Blick nehmen. Und doch bleibt es in diesem Leben immer auch Zukunft, nicht genau zu sehen, nur zu glauben.

Für mich vereint der Auferstandene Christus dort in Skálholt genau all das. "Es ist vollbracht" sind nach dem Johannesevangelium Jesu letzte Worte am Kreuz. "Es ist vollbracht" könnte auch dieser Christus sagen. Es ist ein Osterbild. Ein sehr besonderes Osterbild, das ich Ihnen in diesem Jahr zu Ostern mitgeben möchte. Gesegnete Tage!

Ihre Pastorin Maike Windhorn-Stolte

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. Amen.

Morgengebet & Abendgebet nach Luther

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wolltest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Nach Psalm 139

Herr, du durchschaust mich und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du verstehst meine Gedanken von fern. Ob ich gehe oder liege, du siehst mich, mit allen meinen Wegen bist du vertraut. Bevor ich meinen Mund öffne, weißt du schon, was ich sagen will. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Du hast mich geschaffen mit Leib und Seele, du hast mich gemacht im Bauch meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. An mir selber erkenne ich: wunderbar ist, was du tust.

Anders als das Kalenderjahr beginnt das Kirchenjahr bereits mit dem ersten Advent. Der kirchliche Jahreskreis startet mit dem Warten auf die Ankunft Christi. Die erste Hälfte des Kirchenjahres umfasst den Weihnachts- und Osterfestkreis und endet mit dem Pfingstfest. Die zweite Hälfte beginnt mit dem Fest der Dreieinigkeit, dem Trinitatissonntag und endet mit dem Ewigkeitssonntag.

Die sich wiederholenden Festzeiten strukturieren das Leben, immer auch im Zusammenspiel mit den Jahreszeiten. In der Dunkelsten Jahreszeit spricht Weihnachten vom Eintritt des Lichts in die Dunkelheit. Bei wieder aufblühender Natur verkündet Ostern den Sieg des Lebens über den Tod. Wenn die Blätter fallen, gedenkt die Kirche des Tods und der Verstorbenen. Gleichzeitig erinnern die wiederkehrenden Rhythmen an die Stationen Jesu Leben und greifen dabei wesentliche Stationen unseres eigenen Lebens auf: Geburt, Kindheit und Elternschaft, Gefährdung und Leid, Überschwang und Angst, Freude, Trauer und Tod. All das kommt im Jahreslauf zur Sprache.

Den einzelnen Festen und Festzeiten sind spezifische liturgische Farben zugeordnet. Diese sind Weiß, Violett, Grün, Rot und Schwarz. Nach ihnen richtet sich die Farbe der Paramente an Kanzel, Altar und soweit es in der jeweiligen Gemeinde üblich ist, am Gewand oder Stola des/der Geistlichen. Jeder Sonntag steht unter einem Thema. Die Namen und Texte für die Sonn- und Feiertage lassen sich im liturgischen Kalender nachschauen.

Zum Stöbern und Nachlesen lädt auch das Kirchen-ABC auf der Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein.